Sommergedichte
Sommergedichte liegen im Trend wie nie zuvor
Der Sommer hat hierzulande mittlerweile Einzug gehalten. Dies ist nicht selten ein besonderes Erlebnis für alle Sinne. Warme Sonnenstrahlen auf der Haut setzen Glückshormone frei und sorgen dafür, dass wir uns wohl und zufrieden fühlen. Es liegt somit nahe, dass diese Gefühle in Form von zahlreichen Sommergedichten Ausdruck gefunden haben, die sich heutzutage einer kaum gekannten Beliebtheit erfreuen.
Jede Jahreszeit generiert im Allgemeinen eigene Thematiken, die in Gedichten thematisiert werden. Der Frühling wird in der Regel mit dem Erwachen der Gefühle beschrieben, der Herbst steht für Tod und Vergänglichkeit, der Winter hingegen für Stillstand und Einsamkeit. Der Sommer bringt im Gegensatz hierzu ausschließlich positive Gedanken und Gefühle zum Ausdruck. Die Hitze, die im Sommer den Menschen beherrscht, wird oftmals auf das Gefühlsleben des Einzelnen in einem Sommergedicht übertragen. Der Zenith des Seins ist regelmäßig eine prägende Thematik in klassischen und modernen Sommergedichten. Diese Gedichte sind in der Regel anschaulich wie keine anderen poetischen Werke.
Jeder Mensch kennt die Gefühle, die in Sommergedichten Erwähnung finden, an sich selbst. Oftmals gipfelt ein Sommergedicht in einem beschriebenen Ausbruch eines Sommergewitters, das nicht selten für eine komplette Reinigung der Seele und des Geistes des Menschen steht. Diese Metapher ist wohl die bekannteste für sämtliche Gedichte, die sich mit den Jahreszeiten beschäftigen.
Sommer
Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.
Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.
Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.
Stille leuchtet die Kerze
im dunklen Zimmer;
eine silberne Hand
löschte sie aus;
windstille, sternlose Nacht.
(Georg Trakl)